Storchennest Otterwisch

Weißstorch (Ciconia ciconia - streng geschützte Art !)

Das Storchennest Otterwisch besteht seit über 45 Jahren.

Die ersten Aufzeichnungen sind von 1969, und seit dem hat Elida Buchholz den Wertegang unseres Storchennestes
lückenlos schriftlich dokumentiert.Leider ist sie 2014 verstorben, wir verlieren mit ihr einen Zeitzeugen und einen lieben
Menschen der sich sein ganzes Leben für den Erhalt der Natur eingesetzt hat. Die Entstehung dieser Seite ist auch ihr
Verdienst und in ihrem Sinn werden wir die Störche auch weiterhin begleiten.

Seit dem Jahr 2010 wird das Leben auf dem Storchennest nun zusätzlich per Live Kamera dokumentiert. Daurch können
Sie interessante Einblicke ins Storchenleben erhalten, einmal mit dem Livebild sowie über die vielen kleinen Videos.

Der Weißstorch ist ein typischer Bewohner unserer Kulturlandschaft. Sein Brutbestand ist allerdings in jüngster Zeit
sachsenweit zurückgegangen.
In allen deutschen Bundesländern steht der Weißstorch auf der "Roten Liste"
der gefährdeten Arten.
Sachsen hat als einer der Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland jedoch eine besondere
Verantwortung für diese Art.
Deshalb hat der Sächsiche Landtag das Artenschutzprogramm Weißstorch 2008 wiederbelebt.
Damit der Storch gute Bruterfolge erzielen kann, benötigt er wenige, aber qualitativ hochwertige Nahrungshabitate.

Der Weißstorch braucht unsere Unterstützung !

Otterwisch
Foto: Thorsten Beuster

Er ist etwa 80-100cm  hoch und hat eine Flügelspannweite von 200-220cm. Sein Federkleid ist rein weiß,
nur die Schwungfedern sind schwarz. Der Schnabel und die Beine sind rötlich, sein Gewicht  beträgt 2,5-4,5kg.
Er liebt feuchte Niederungen, seine Nahrung besteht aus Amphibien, Mäusen, Regenwürmern, Insekten uvm.
Die Brutzeit geht von April bis Juli, Weibchen und Männchen erbrüten in ca.: 33 Tagen 3-5 Junge, die Nestlingszeit dauert
55-60 Tage.
Sein bis zu 2m breites, und bis zu 4m hohes und bis zu 2t schweres Nest aus Ästen, Reisig und Füllmaterial legt er
überwiegend auf vom Menschen errichteten Unterlagen wie Hausdächern und Schornsteinen an.
Von dort macht er sich auch mit lauten Schnabelklappern bemerkbar.

Die gewaltigen Nester werden oft über Jahrzehnte genutzt.
Weißstörche leben in einer Saison-Ehe. Sie treffen sich jedes Jahr im Frühjahr wieder an ihren Horst,
den sie vor jeden "Einzug" reinigen und wenn nötig ausbessern. Wo Störche noch in größerer Zahl vorkommen,
brüten sie meist in Kolonien. Weißstörche sind im Alter von 3 bis 4 Jahren geschlechtsreif.
Nach der Paarung, die im Nest stattfindet,
werden 3 bis 5 Eier gelegt. Diese sind doppelt so groß wie Hühnereier.
In den ersten 3 Wochen nach dem Schlupf bleibt ein Elternteil ständig im Nest, um die empfindlichen Kücken vor der Witterung
zu schützen.
Die Jungen wachsen schnell, bereits nach 7 Wochen sind sie so groß wie ihre Eltern und unterscheiden sich nur
noch
durch ihren schwarzen Schnabel und die schwarzen Beine von den ausgewachsenen Störchen.
Jetzt beginnen auch die ersten Flugversuche. Mit 8 bis 9 Wochen sind die Jungen dann flügge.
Gefüttert werden sie bis zum 3. Lebensmonat und brechen kurz vor den Altvögeln ins Winterquartier auf 
 
Weißstörche ziehen auf zwei unterschiedlichen Routen in ihre Winterquartiere.
Eine durch Sachsen verlaufende Zugscheide teilt die sächsichen Weißstorchpopulation in
Westzieher und Ostzieher. Der Großteil der Vögel zieht über Osteuropa in die Türkei, überquert den Bosporus und gelangt über
Israel sowie den Golf von Suez nach Ägypten. Hier folgen die Vögel dem Niltal und legen
schließlich in den Halbwüsten und
Savannen des Sudans eine mehrwöchige Rast ein.
Von dort aus führt ihre Reise weiter nach Ost- und Südafrika.
Die Westzieher hingegen schlagen eine Route über Frankreich und
Spanien ein, überqueren die Straße von Gibraltar und
überwintern dann in Westafrika.
Unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus dem Winterquartier besetzen die Männchen nach teilweise
heftigen Auseinandersetzungen mit Rivalen
ihre Nester vom Vorjahr.
Wenige Tage später treffen die Weibchen ein. Sie werden dann mit lang anhaltenden Geklapper willkommen geheißen.
Dazu wirft das Männchen den Kopf weit nach oben und beginnt beide Schnabelhälften aufeinanderzuschlagen.

Beim Klappern wird der Schwanz aufgerichtet, die Flügel werden gelüftet, dazu hängen sie leicht herunter. das Weibchen
antwortet gleichermaßen.
Während die meisten Störche auf den Nestern "Hochzeit" halten, ziehen andere weiter in kleinen
Trupps umher.
Das sind die sogenannten Junggesellen, die zwar schon geschlechtsreif, aber noch nicht alt genug für eine
Familiengründung sind.
Die meisten Störche brüten erst im Alter von 4 bis 5 Jahren. Interessant ist auch, dass die Weißstörche
vor ihrem 3. Lebensjahr in ihren
Winterquartieren bleiben oder an ihren Zugrouten entlang vagabundieren.

Klaus Döge

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Donnerstag, September 29, 2016